Energieausweis für Siedlungen: Gesamtsieger VCÖ-Mobilitätspreis Österreich 2010

Energieausweis VCÖ Mobilitätspreis

Das Energieraumplanungstool “Energieausweis für Siedlungen” konnte 2010 neben dem Mobilitätspreis in Niederösterreich auch den österreichweiten Gesamtsieg davontragen. Der Preis wurde von der Verkehrsministerin Doris Bures überreicht.

Beim diesjährigen VCÖ-Mobilitätspreis Niederösterreich wurden insgesamt 42 Projekte von Gemeinden, Unternehmen, Vereinen und Schulen eingereicht. Thema des größten Wettbewerbs für nachhaltige Mobilität war, wie bei gleichbleibender Mobilität der Energieverbrauch des Verkehrs verringert werden kann. Landesrat Stephan Pernkopf, VCÖ und Postbus-Regionalmanager Alois Ometzberger überreichten in St. Pölten den VCÖ-Mobilitätspreis Niederösterreich an DI Hans Emrich.

Das Auto ist im Haushalt der Hauptverbraucher von Energie, wie eine aktuelle VCÖ-Studie zeigt. Selbst ein Niedrigenergiehaus mit Auto hat einen höheren Gesamtenergieverbrauch als ein Standardhaus ohne Auto. Wirklich energiesparend wird ein Niedrigenergiehaus dann, wenn der Haushalt ohne Auto auskommt. Der Gesamtenergieverbrauch eines Haushalts hängt vor allem auch davon ab, wie zentral bzw. dezentral die Wohnung bzw. das Haus liegen. „Die Wahl des Wohnstandorts entscheidet, wie lange Arbeits- und Einkaufswege sind und mit welchen Verkehrsmitteln diese zurückgelegt werden können. Haushalte, die einen guten Öffentlichen Verkehr in der Nähe haben, ersparen sich meist ein Zweitauto oder überhaupt ein Auto“, weist VCÖ-Sprecher Christian Gratzer auf die Ergebnisse einer aktuellen VCÖ-Studie hin. In Niederösterreich haben fünf Prozent der Haushalte kein Auto, aber 35 Prozent zwei Pkw und elf Prozent sogar drei oder mehr Pkw.

Ein Energieausweis ist für neue Gebäude verpflichtend. Das von Emrich Consulting entwickelte Projekt schlägt vor, die Energiebilanz nicht nur anhand der wärmetechnischen Eigenschaften einzelner Häuser zu beurteilen, sondern auch Faktoren wie Distanz zum Arbeits- oder Ausbildungsplatz, Anbindung an den Öffentlichen Verkehr und an bestehende Infrastruktur, oder Fuß- und Radwege innerhalb der Siedlung, mit einzubeziehen.

Langfristiges Ziel ist eine gesamtheitliche Optimierung von Bauvorhaben aus raumplanerischer Sicht und in Bezug auf Nachhaltigkeit. Das beinhaltet kompaktere Bebauung mit kurzen Wegen zu Arbeitsplatz und Einkaufsmöglichkeit, mit hoher Wohnqualität und attraktiven Alternativen zum Auto für tägliche Fahrten. Dies hat auch eine geringere Lärm- und Feinstaubbelastung in den Siedlungen zur Folge.

Der neue Energieausweis kann ganze Siedlungseinheiten gemeinsam betrachten und Energieverbrauch, CO2-Ausstoß und Kosten feststellen. Jeder Siedlung wird ein Energielevel von A bis G zugeordnet, wodurch ein Vergleich zwischen unterschiedlichen Standorten und Bebauungsformen innerhalb von Gemeinden möglich ist. Bereits 25 Gemeinden in Niederösterreich nutzen die Möglichkeit, mit dem Energieausweis für Siedlungen die Gesamtenergieeffizienz von Wohneinheiten zu überprüfen. Als Testgemeinde während der Planungsphase hat Waidhofen an der Thaya fungiert.

Das Berechnungsprogramm steht online unter www.energieausweis-siedlungen.at zum Gratis-Download bereit, andere Bundesländer (Burgenland, Salzburg, Steiermark) haben bereits Interesse bekundet. Partner des ausgezeichneten Projekts sind die Abteilung Raumordnung und Regionalpolitik des Landes NÖ, Architekt DI Norbert Erlach und DI Dr. techn. Helmut Sedlmayer.

Das Berechnungstool steht unter www.energieausweis-siedlungen.at gratis zum Download bereit. In Niederösterreich wird das Angebot von rund 25 Gemeinden genutzt.

Link:

www.energieausweis-siedlungen.at

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