Fachkonzept Produktive Stadt – STEP2025

Stadtwachstum und wirtschaftliche Veränderungen haben die für das produzierende Gewerbe und die Industrie zu Verfügung stehenden Flächen stark beschränkt. Ausreichend Platz für Wiens Betriebe stellt jedoch einen wichtigen Standortfaktor dar, daher soll der Verlust an Flächen künftig eingedämmt werden. Das erarbeitete Fachkonzept „Produktive Stadt“ hat zum Ziel rund 5% der Gesamtfläche Wiens als Betriebsflächen zu sichern und weiterzuentwickeln.

Im Auftrag der Magistratsabteilung MA18 – Architektur und Stadtgestaltung erarbeitete Emrich Consulting in Kooperation mit dem Architekturbüro STUDIOVLAY und in enger Zusammenarbeit mit ExpertInnen der Stadt sowie der Wirtschaftskammer Wien Zielsetzungen für eine nachhaltige Stadtentwicklung mit dem Schwerpunkt auf den produzierenden Sektor.

Paradigmenwechsel: Integrieren statt Verdrängen!

Derzeit kommt es in Wien, wie in vielen anderen Städten weltweit, zu einem Paradigmenwechsel von der Einzelbetrachtung des industriell-gewerblichen Sektors hin zur „Produktiven Stadt“. Unter anderem durch den Einsatz moderner (Informations-)Technologien kann auch Wohnen und Arbeiten im gemischten Stadtquartier Realität werden.

So wie das neue Konzept einerseits zum Ziel hat, Wohnen in dafür geeignete Betriebsgebiete zu integrieren, muss es andererseits jenen Formen der Produktion einen ungestörten Betrieb ermöglichen, die nicht wohnverträglich sind. Jedenfalls stehen sowohl rein industriell-gewerbliche, als auch durchmischte Gebiete vor der gleichen Herausforderung: Im Sinne eines breiten und vielfältigen Standortangebots, gut vernetzter Produktionsketten und effizienter Verteilungsstrukturen werden vielfältigere Formen von städtischen Strukturen und Quartieren notwendig. Denn eine Stadt der kurzen Wege muss heute weiter gedacht werden als bisher.

Flächen für die Produktive Stadt

Die derzeitigen Betriebszonen Wiens enthalten zwar noch Reserven, um aber auf die künftig zu erwartenden Herausforderungen vorbereitet zu sein, soll die Reserve auf rd. 300-350 ha aufgestockt werden:

  • Rund 150 Hektar – Reserveflächen innerhalb bestehender Betriebszonen
  • Rund 50 Hektar – Noch zu widmende Flächen
  • Rund 100 Hektar – Neue Produktionsflächen in Stadterweiterungsprojekten
  • Rund 50 Hektar – Strategischer Spielraum

Mit dem Fachkonzept Produktive Stadt wird dem produzierenden Bereich der benötigte Platz in drei Betriebzonentypen eingeräumt, deren Verfügbarkeit für Funktionen der produktiven Stadt langfristig gesichert wird. Diese werden in einem eigenen Betriebszonenplan ausgewiesen.

Ausschlaggebend für die Auswahl und Einteilung dieser Zonen waren einerseits deren Eignung hinsichtlich Lage, Infrastruktur, Emissionen und Mobilität, andererseits wurden Konflikte und Beeinträchtigungen anderer Nutzungen vermieden. Die Zonen werden differenziert in industriell-gewerbliche Gebiete, gewerbliche Mischgebiete, integrierte Einzelstandorte und Produktionsflächen in der Stadterweiterung.

Zur Sicherung der Standorte wurden zudem übergreifende Maßnahmen eingerichtet, wie das Produktionsflächenmanagement und die strategische Standortentwicklung durch Quartiersmanagement.

 

 

 

 

 

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