Masterplan Verkehr 2003, Bürgerbeteiligungsverfahren für ganz Wien

Beitragsbild Masterplan Verkehr 2003

Beim Masterplan Verkehr handelte es sich um eines der bis dahin größten Beteiligungsverfahren in Wien. Die Arbeitsgemeinschaft Emrich-Hala organisierte 200 Arbeitskreistreffen und zahlreiche Großveranstaltungen. Die Bürgerbeteiligung wurde gemeinsam mit den Bezirken organisiert.

Die BürgerInnen wurden durch Aussendungen an die Haushalte und Ankündigungen in den Medien zu Auftaktveranstaltungen in den Bezirken eingeladen. Bei diesen Auftaktveranstaltungen konnten die BürgerInnen ihre Probleme, Vorschläge und Vorstellungen zum Verkehr einbringen. Durch die Bildung von Arbeitsgruppen wurde eine ausführliche Diskussion der Vorschläge und eine Präzisierung von Maßnahmen angeregt. Zusätzlich wurde die Internet-Plattform „Mobil in Wien“ eingerichtet, auf der Informationen zum Verkehr in Wien nach Themen (Fußgängerverkehr, Radverkehr, Öffentlicher Verkehr, motorisierter Individualverkehr, ruhender Verkehr), eine Zusammenfassung des Verkehrskonzeptes 1994 sowie die Evaluierung des Verkehrskonzeptes 1994 angeboten wurden. Auf der Plattform wurde ein Diskussionsforum eingerichtet und per E-Mail konnten Vorschläge eingebracht werden. Die Vorschläge und Wünsche aus den Arbeitsgruppen und von der Internet-Plattform wurden von den FachexpertInnen schriftlich beantwortet. In Abschlussveranstaltungen auf Bezirksebene wurde den BürgerInnen einerseits die Rohfassung des Masterplans Verkehr vorgestellt und andererseits wurden die strittigen Wünsche und Vorschläge der BürgerInnen diskutiert.

Insgesamt wurden nahezu 2.000 inhaltlich unterschiedliche Vorschläge eingebracht. Davon waren 55 % sehr konkrete Detailmaßnahmen (z.B. Haltestellenverlegungen, Fahrplanabstimmungen, Fußgängerübergänge, Tempo-30-Zonen etc.), die zu einem großen Teil in die Kompetenz der Bezirke fallen und nicht auf der Ebene des Masterplans behandelt werden konnten. 80 bis 90 % dieser Vorschläge entsprachen jedenfalls den Grundsätzen und Zielen des Masterplans, die Machbarkeit muss aber im Detail gemeinsam mit den Bezirken, den Fachabteilungen des Magistrats und den Wiener Linien geprüft werden. Ca. ein Viertel aller Vorschläge deckte sich mit Zielen und Maßnahmen, die im Masterplan auch von den ExpertInnen ausgearbeitet wurden (z.B. Straßenbahnverlängerungen im 21. und 22. Bezirk, Ausbau Radwege) und nur ca. 20 % der Vorschläge der BürgerInnen standen im Widerspruch zu den Zielen des Masterplans (z.B. Gürteltunnel, U-Bahnverlängerung nach Auhof, Verzicht auf B 225).

Die Detailvorschläge wurden den Bezirken und den Wiener Linien übermittelt. Sie stellen eine Zusammenfassung der Wünsche und Prioritäten der BürgerInnen dar und bilden eine gute Grundlage für die Arbeit in den Bezirksverkehrskommissionen. Zusätzlich wurde eine eigene Arbeitsgruppe für mobilitätseingeschränkte Personen eingerichtet, deren Vorschläge und Wünsche weitgehend in den Masterplan aufgenommen wurden.

 

Auftraggeber: MA 18

Bearbeitung: 2002

BearbeiterInnen: DI Hans Emrich, DI Martina Reisenbichler

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